Archive for September, 2009

Sharkwater

Mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm (2007) über das weltweite Aussterben der Haie.

Der junge Kanadier Rob Steward, Biologe und Fotograf, führt uns mit seinem Film Sharkwater (2007) in die Unterwasserwelt der Haie und zeigt wie die oft missverstandenen Tiere durch den industriellen Fischfang zunehmend in ihrem Lebensraum eingeschränkt und vom Aussterben bedroht sind.

100Mio Haie werden jedes Jahr getötet, eine fast unvorstellbare Zahl. Vielen schneidet man nur die Flossen ab und wirft sie meist noch lebendig ins Meer zurück. Während Millionen von Menschen an Hunger leiden und die Fischbestände drastisch zurückgehen, werden 95% von verwertbaren Protein Sourcen ins Meer gekippt. Das Geschäft mit den Haifischflossen ist eine Milliarden schwere Industrie.

Sharkwater verbindet Fakten und Wissenschaft mit Menschlichkeit und Emotion. Wilderei, Korruption, das Sterben der Ozeane, die Angst vor dem Mythos Hai und die Kraft eines Einzelkämpfers stehen dabei im Mittelpunkt.

Der Film gilt nicht nur der Rettung der Haie sondern auch der Rettung von uns selbst.

Weblink
www.sharkwater.com

Die Haifischflossensuppe in Sharkwater

Auf der internationalen Artenschutzkonferenz im Emirat Katar wurden vier Anträge zum Schutz der Haie abgelehnt!! (Der Standard – 25. März 2010)

In China gilt die Haifischflossensuppe als ein Privileg. Sie soll Potenz verleihen und über Heilkräfte verfügen. Ihre zusätzliche Marktpreissteigerung, bis zu $200 das Pfund, hat sie zu einem Zeichen von Wohlstand und Prestige gemacht. Auf Hochzeiten und Banketts ist die Haifischflossensuppe ein Muss. Ein bedeutender Starkoch aus Singapur sagte einst: „Es hat einen billigen Beigeschmack wenn du keine Haifischflossensuppe auf wichtigen Events servierst. So als ob du deine Gäste nicht respektieren würdest.“

Die Tatsache, dass mit der Haifischflosse Milliardenbeträge umgesetzt werden können, löste ein weltweites Jagdfieber aus. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) werden jährlich zwischen 70 und 100Mio Knorpelfische gefangen, etwa 60% davon sind Haie. Die Anzahl der Flossen, die im internationalen Handel erhältlich sind, lassen aber auf eine drei bis vierfach höhere Fanquote schließen. Die Haischutzorganisation Shark Projekt spricht von 200Mio, die Naturschutzorganisation Wildaid von 100Mio getöteten Tieren pro Jahr.

Der größte Flossenlieferant für den Hauptabsatzmarkt China ist die Europäische Union. Spanien und Italien waren 2005 für 56% der weltweiten Haifleischimporte verantwortlich. Die Welt-Naturschutzorganisation (IUCN) schätzt, dass rund ein Drittel der Haiarten in den europäischen Gewässern vom Aussterben bedroht sind.

Einzelnachweis:
Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Haie
http://de.wikipedia.org/wiki/Haifischflossensuppe
Wildaid, Sharkreport 2007:
http://www.wildaid.org/index.asp?CID=72&PID=262&SUBID=275
Lenfest Ocean Program, Stärkung des Europäischen Fischerei Managements:
www.lenfestocean.org
EU Haiaktionsplan:
www.bmt-tierschutz.de/…/CDU%20Haiaktionsplan%20BT%20260309.pdf
F 88 – 09 Antrag Haischutz:
www.toni-hofreiter.de/dateien/F_88-09_Antrag_Haischutz.pdf

Captain Paul Watson – Anführer der radikalen Naturschutzbewegung

Paul Watson führt einen kompromisslosen Kampf gegen die Wilderei in den Weltmeeren. Im Nordatlantik versenkte er eine norwegische Schiffsflotte und beruft sich dabei auf die UN-Charter zum Schutz der Natur.

Der Kanadier Paul Watson gründete 1977 die Sea Shepherd Conservation Society. Die Non-Profit-Organisation bekämpft die Wilderei in den Weltmeeren da die Behörden ihrer Meinung nach internationale Bestimmungen nicht effizient durchsetzten.

Das Times Magazin zählte Paul Watson zur Jahrtausendwende zu den bedeutendsten Aktivisten des 20igsten Jahrhunderts. 2008 startete der amerikanische Sender Animal Planet die Reality-Doku Whale Wars. Die erfolgreiche Staffel begleitet die Sea Shepherd bei ihren Aktionen gegen eine japanische Flotte, die unter dem Deckmantel „Forschungsarbeiten“ Wale schlachtet.

In Europa hat die Organisation ihren Hauptsitz in Amsterdam. Jeder der interessiert ist kann sich auf unterschiedliche Weise aktiv beteiligen.

Weblinks
http://www.seashepherd.org/who-we-are/our-history.html
http://www.seashepherd.org/who-we-are/paul-watson-awards.html
http://animal.discovery.com/tv/whale-wars/
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Watson

The Cove

Preisgekrönter Dokumentarfilm (2008) über die Hintergründe des Delphinschlachtens in der Bucht von Taiji – Japan.

Taiji ist einer der größten Umschlagplätze für angehende Showdelphine. Weltweit kommen Trainer in das Dörfchen um für Marine Parks Nachschub zu holen. Die Unterhaltungsindustrie bringt ein äußerst lukratives Geschäft in das Fischerdorf. Ein großer Tümmler kann bis zu $150.000 kosten und alleine in den USA werden jährlich $2 Milliarden mit Showdelphinen umgesetzt.

Der Hauptprotagonist der Doku, Ric O’Barry, ist weltbekannt für seine Arbeit mit Delphinen. In den 1960er Jahren fing und trainierte er 5 Delphine, die Flipper zu einer der erfolgreichsten Fernsehserien machte. Die Welt verliebte sich damals in den freundlich lachenden Delphin und Menschenfreund, der in Wirklichkeit ein aus der freien Wildbahn gerissenes Tier war, das sich eines Tages selbst ertränkte.

Der durch den Selbstmord des Tieres stark traumatisierte O’Barry war zu diesem Zeitpunkt der weltweit meist erfahrene Delphin Trainer und Kenner der Säugetiere. Er kehrte dem  Showgeschäft den Rücken und von Schuldgefühlen geplagt versucht er seither der weltweite Kommerzialisierung der Tiere entgegenzuhalten.

The Cove dokumentiert wie Showdelphine wirklich gefangen und ihre Familien geschlachtet werden. Das Kamera Team hat dabei beachtliche Arbeit geleistet denn es war nicht einfach dieses gut behütetes Geheimnis zu entlüften.


Einzelnachweis
O’Barry, Ric (2008) in: Berner Zeitung vom 30.August
The Cove, Press Notes auf: http://www.thecovemovie.com/the_cove/press.htm
Weblinks
www.thecovemovie.com
www.savejapandolphins.org
http://www.opsociety.org/