Sharkwater

Mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm (2007) über das weltweite Aussterben der Haie.

Der junge Kanadier Rob Steward, Biologe und Fotograf, führt uns mit seinem Film Sharkwater (2007) in die Unterwasserwelt der Haie und zeigt wie die oft missverstandenen Tiere durch den industriellen Fischfang zunehmend in ihrem Lebensraum eingeschränkt und vom Aussterben bedroht sind.

100Mio Haie werden jedes Jahr getötet, eine fast unvorstellbare Zahl. Vielen schneidet man nur die Flossen ab und wirft sie meist noch lebendig ins Meer zurück. Während Millionen von Menschen an Hunger leiden und die Fischbestände drastisch zurückgehen, werden 95% von verwertbaren Protein Sourcen ins Meer gekippt. Das Geschäft mit den Haifischflossen ist eine Milliarden schwere Industrie.

Sharkwater verbindet Fakten und Wissenschaft mit Menschlichkeit und Emotion. Wilderei, Korruption, das Sterben der Ozeane, die Angst vor dem Mythos Hai und die Kraft eines Einzelkämpfers stehen dabei im Mittelpunkt.

Der Film gilt nicht nur der Rettung der Haie sondern auch der Rettung von uns selbst.

Weblink
www.sharkwater.com

Die Haifischflossensuppe in Sharkwater

Auf der internationalen Artenschutzkonferenz im Emirat Katar wurden vier Anträge zum Schutz der Haie abgelehnt!! (Der Standard – 25. März 2010)

In China gilt die Haifischflossensuppe als ein Privileg. Sie soll Potenz verleihen und über Heilkräfte verfügen. Ihre zusätzliche Marktpreissteigerung, bis zu $200 das Pfund, hat sie zu einem Zeichen von Wohlstand und Prestige gemacht. Auf Hochzeiten und Banketts ist die Haifischflossensuppe ein Muss. Ein bedeutender Starkoch aus Singapur sagte einst: „Es hat einen billigen Beigeschmack wenn du keine Haifischflossensuppe auf wichtigen Events servierst. So als ob du deine Gäste nicht respektieren würdest.“

Die Tatsache, dass mit der Haifischflosse Milliardenbeträge umgesetzt werden können, löste ein weltweites Jagdfieber aus. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) werden jährlich zwischen 70 und 100Mio Knorpelfische gefangen, etwa 60% davon sind Haie. Die Anzahl der Flossen, die im internationalen Handel erhältlich sind, lassen aber auf eine drei bis vierfach höhere Fanquote schließen. Die Haischutzorganisation Shark Projekt spricht von 200Mio, die Naturschutzorganisation Wildaid von 100Mio getöteten Tieren pro Jahr.

Der größte Flossenlieferant für den Hauptabsatzmarkt China ist die Europäische Union. Spanien und Italien waren 2005 für 56% der weltweiten Haifleischimporte verantwortlich. Die Welt-Naturschutzorganisation (IUCN) schätzt, dass rund ein Drittel der Haiarten in den europäischen Gewässern vom Aussterben bedroht sind.

Einzelnachweis:
Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Haie
http://de.wikipedia.org/wiki/Haifischflossensuppe
Wildaid, Sharkreport 2007:
http://www.wildaid.org/index.asp?CID=72&PID=262&SUBID=275
Lenfest Ocean Program, Stärkung des Europäischen Fischerei Managements:
www.lenfestocean.org
EU Haiaktionsplan:
www.bmt-tierschutz.de/…/CDU%20Haiaktionsplan%20BT%20260309.pdf
F 88 – 09 Antrag Haischutz:
www.toni-hofreiter.de/dateien/F_88-09_Antrag_Haischutz.pdf

Captain Paul Watson – Anführer der radikalen Naturschutzbewegung

Paul Watson führt einen kompromisslosen Kampf gegen die Wilderei in den Weltmeeren. Im Nordatlantik versenkte er eine norwegische Schiffsflotte und beruft sich dabei auf die UN-Charter zum Schutz der Natur.

Der Kanadier Paul Watson gründete 1977 die Sea Shepherd Conservation Society. Die Non-Profit-Organisation bekämpft die Wilderei in den Weltmeeren da die Behörden ihrer Meinung nach internationale Bestimmungen nicht effizient durchsetzten.

Das Times Magazin zählte Paul Watson zur Jahrtausendwende zu den bedeutendsten Aktivisten des 20igsten Jahrhunderts. 2008 startete der amerikanische Sender Animal Planet die Reality-Doku Whale Wars. Die erfolgreiche Staffel begleitet die Sea Shepherd bei ihren Aktionen gegen eine japanische Flotte, die unter dem Deckmantel „Forschungsarbeiten“ Wale schlachtet.

In Europa hat die Organisation ihren Hauptsitz in Amsterdam. Jeder der interessiert ist kann sich auf unterschiedliche Weise aktiv beteiligen.

Weblinks
http://www.seashepherd.org/who-we-are/our-history.html
http://www.seashepherd.org/who-we-are/paul-watson-awards.html
http://animal.discovery.com/tv/whale-wars/
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Watson

The Cove

Preisgekrönter Dokumentarfilm (2008) über die Hintergründe des Delphinschlachtens in der Bucht von Taiji – Japan.

Taiji ist einer der größten Umschlagplätze für angehende Showdelphine. Weltweit kommen Trainer in das Dörfchen um für Marine Parks Nachschub zu holen. Die Unterhaltungsindustrie bringt ein äußerst lukratives Geschäft in das Fischerdorf. Ein großer Tümmler kann bis zu $150.000 kosten und alleine in den USA werden jährlich $2 Milliarden mit Showdelphinen umgesetzt.

Der Hauptprotagonist der Doku, Ric O’Barry, ist weltbekannt für seine Arbeit mit Delphinen. In den 1960er Jahren fing und trainierte er 5 Delphine, die Flipper zu einer der erfolgreichsten Fernsehserien machte. Die Welt verliebte sich damals in den freundlich lachenden Delphin und Menschenfreund, der in Wirklichkeit ein aus der freien Wildbahn gerissenes Tier war, das sich eines Tages selbst ertränkte.

Der durch den Selbstmord des Tieres stark traumatisierte O’Barry war zu diesem Zeitpunkt der weltweit meist erfahrene Delphin Trainer und Kenner der Säugetiere. Er kehrte dem  Showgeschäft den Rücken und von Schuldgefühlen geplagt versucht er seither der weltweite Kommerzialisierung der Tiere entgegenzuhalten.

The Cove dokumentiert wie Showdelphine wirklich gefangen und ihre Familien geschlachtet werden. Das Kamera Team hat dabei beachtliche Arbeit geleistet denn es war nicht einfach dieses gut behütetes Geheimnis zu entlüften.


Einzelnachweis
O’Barry, Ric (2008) in: Berner Zeitung vom 30.August
The Cove, Press Notes auf: http://www.thecovemovie.com/the_cove/press.htm
Weblinks
www.thecovemovie.com
www.savejapandolphins.org
http://www.opsociety.org/


Images zu den Dreharbeiten von The Cove

Das Sterben der Haie

Laut Welt-Naturschutzunion (IUCN) ist rund ein Drittel der Haiarten in den europäischen Gewässern vom Aussterben bedroht. Ganze Haipopulationen haben sind um 90% verringert.

Haie sind derzeitig die wohl meist bedrohte Spezies der Unterwasserwelt. Der weltweite Rückgang von Haipopulationen ist kein natürliches Phänomen sondern auf die kommerzielle Fischerei und den zunehmenden Handel mit Haiflossen zurückzuführen.

Wir wissen, dass Haie das wichtigste Glied in der Nahrungskette der Ozeane sind. Es gibt sie seit 400Mio Jahren, 150Mio Jahre bevor den Dinosauriern und ihre Anwesenheit hat Raum für viele Organismen geschaffen wie beispielsweise das Phytoplankton. Diese winzigen Pflanzen verbrauchen eine Menge an Kohlendioxid (das Gas was die globale Erderwärmung verursacht) und sie verwandeln pflanzliches Plankton in Sauerstoff. Ohne Haie könnten Planktonfresser unkontrolliert all das Plankton fressen auf das wir angewiesen sind zu atmen. Ein ernst zu nehmendes Problem wenn man beachtet, dass wir 70% unseres Sauerstoffs aus den Ozeanen schöpfen.

Read the rest of this entry »

Die kommerzielle Fischerei

“Bis heute gibt es kein kontrollierendes Organ zur Aufstellung von Regeln für Fangquoten. Die Welternährungsorganisation, als die höchste Instanz die sich mit Fischerei beschäftigt, hat nicht das Sagen über internationale Gewässer, niemand hat das.” Patrick Moore (Gründer von Greenpeace)

Emory Kristof auf www.nationalgeographic.com/wallpapers

Die Menschen glauben die Ressourcen der Meere sind unerschöpflich. Meeresbiologen warnen vor dieser Annahme. Die Methoden der kommerziellen Fischerei eliminieren ganze Fischbestände und zerstören das Marine Ökosystem.

Es könnte viel effizienter gefischt werden aber bis heute gibt es kein kontrollierendes Organ zur Aufstellung von Regeln für Fangquoten. Sobald die Boote den Hafen verlassen wird der Ozean zum freien Jagdrevier. Meeresreservate werden von Wilddieben heimgesucht, Boote fischen mit 90km langen und mit 16.000 Ködern versehenen Leinen, Haien schneidet man die Flossen ab und wirft sie, wie eine große Anzahl von anderen Tieren auch, unverwertet ins Meer zurück.

Stellen sie sich vor sie gehen in den Wald und legen eine Falle, die sowohl Elche, Stinktiere, Stachelschweine, Eichhörnchen, Hunde und all diese Tiere fangen würde. Aber eigentlich wollen sie nur ein oder zwei Tiere fangen und all die anderen Kreaturen sterben ebenso. Niemand würde tolerieren, dass 50% dieser Tiere weggeworfen werden. Aber in den Ozeanen geschieht das in gigantischem Ausmaß und zwar jeden Tag.“ Mark Butler (Ecology Action Center)

Einzelnachweis:
Butler, Mark (2007) in: Sharkwater Doku
Merlin, Georg (2007) in: Sharkwater Doku
Moore, Patrick (2007) in: Sharkwater Doku
Dr.Ritter, Erich (2007) in: Sharkwater Doku
Weblinks
http://de.wikipedia.org/wiki/Fischerei
http://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrungs-_und_Landwirtschaftsorganisation

Lernen von Haien

Michael Phelps gewann in Peking 2008 acht olympische Goldmedaillen. Sein Schwimmanzug, der Speedo LZR Racer, ist wasserabweisend und von Haifischhaut inspiriert.

Photo: David Hannan - www.sharkwater.com

Haie überlebten die fünf großen Phasen des Aussterbens. Es gibt sie seit 400Mio Jahren und sie sind die einzige Spezies die nahezu unverändert blieb.

Die Wissenschaft beginnt erst jetzt die Biologie der Haie zu verstehen und von den Tieren zu lernen. Die Nasa und die Us Navy studierten die besondere Struktur ihrer Haut. Sie ist wasserabweisend was Widerstand und Turbulenzen verringert und die Schwimmgeschwindigkeit steigert. Diese Erkenntnis wurde beim Bau für die Hülse eines Space Shuttles und für eine neue Generation von U-Booten eingesetzt.

Für den Spitzensport produzierte die australische Firma Speedo den LZR Racer. Der wasserabweisende Stoff des Schwimmanzugs ist von Haihaut inspiriert. Spezielle Einsätze halten den Körper in einer idealen Lage und vergrößern den Auftrieb. In einem Speedo gewann Michael Phelps in Peking acht olympische Goldmedaillen.

Weblinks
http://www.nasa.gov/
http://www.speedo.com/en/

Haiangriffe – Fakten und Fiktion

Wir lieben es ein Monster zu haben, wir lieben es zu hassen – Der Mensch schützt nur das wovor er sich nicht fürchtet – Es gibt keine gefährlichen Haie sondern nur gefährliche Situationen, die immer durch Menschen kreiert werden. Dr. Erich Ritter (Biologe, Haiexperte)

Dr. Erich Ritter, Haiverhaltensforscher

Photo Rob Steward - www.sharkwater.com

Dr. Erich Ritter analysiert und rekonstruiert Haiangriffe. Er gilt als Experte auf seinem Gebiet, ist Berater der US Navy und bereitet Rettungsschwimmer auf Haibegegnungen vor. Nach Herrn Dr. Ritter gibt es keine gefährlichen Haie sondern nur gefährliche Situationen, die immer durch Menschen hervorgerufen werden.

Tatsache ist, dass der Mensch nicht in das Beuteschema von Haien passt. Wenn es in seltenen Fällen zu einem Angriff kommt, dann nur weil die Tiere den Menschen erkunden wollen oder ihn mit einem Beutetier verwechselt haben. Es gibt zahlreiche Fälle von Angriffen, wo der Hai zugebissen und dann wieder losgelassen hat. Den meisten Haien fehlt das Werkzeug um größere Tiere zu fressen. Sie jagen nur bestimmte Beutetiere und würden keine Energien verschwenden wenn sie nicht wüssten, dass sie effizient fressen können.

Read the rest of this entry »